Nur Hobby, keine Rennen?

08.08.2020 22:34

Die meisten von uns die bereits auf der Suche nach einem gebrauchten Offroad-Motorrad waren kennen sicherlich die folgende Beschreibung in unzähligen Kleinanzeigen, Gruppen und Foren: "Nur Hobby, keine Rennen!" Doch hat das eigentlich etwas über das Motorrad zu sagen?

Wer heute mit wenig Erfahrung ein gebrauchtes Motorrad kaufen will muss aufpassen. Motorräder und deren verkaufswillige Besitzer lassen sich in unzähligen Foren, Kleinanzeigen und Gruppen in den sozialen Medien finden. Eine gute Handykamera, 30 Minuten am Hochdruckreiniger und eine halbe Dose Silikonspray verwandeln so manche vermeintliche Krücke in das schnelle Rennpferd, zumindest optisch. Es mag wenig verwunderlich sein, dass solche unauthentischen Bikes nur bedingt eine Kaufempfehlung erhalten. 

Ein Satz sticht in vielen Anzeigen hervor: "Keine Rennen, nur Hobby.", manchmal auch "nur Wald und Wiesen." Doch was hat das eigentlich über das Motorrad zu sagen? Die Antwort überrascht wenig: absolut gar nichts. Sowohl im Hobby als auch im Rennbereich gibt es in ungefähr gleicher Anzahl zwei verschiedene Besitzertypen - diese die ihr Motorrad pflegen und diese die es nicht tun. "Wald und Wiesen" ist aus eigener Erfahrung sogar oft eher ein Warn- als ein Qualitätszeichen. Diese Motorräder wurden oft wenig gepflegt (man möchte ja nur eben den Waldweg fahren), die Besitzer kennen sich oft wenig mit der Materie und dementsprechend wenig mit Verschleiß und dessen Anzeichen aus. Auch die Handhabung, insbesondere bei Zweitaktern ist oft nicht gut für das Motorrad. Viel stetige Belastung, wenig Lastwechsel - das gefällt den wenigsten Zweitaktmotoren. 


Offroad-Motorräder können viel Spaß versprechen. Doch schützt "nur Hobby" beim Gebrauchtkauf tatsächlich vor bösen Enttäuschungen?

Doch wie kann der interessierte Käufer sich tatsächlich einen Überblick über den Zustand des Motorrads verschaffen? Eine hundertprozentige Garantie gibt es nicht, so viel steht fest. Authentizität ist aus meiner Sicht die Hauptsache. Kleinere Mängel welche der Verkäufer übersehen hat sind kein Problem, versucht jedoch ein Verkäufer partout bestimmte Mängel zu verstecken - oft steckt dort mehr dahinter. Deshalb drei Tipps die euch hoffentlich beim nächsten Motorradkauf helfen: 

  1. Wie authentisch ist der Betriebsstundenstand? Jedes Motorrad der letzten Jahre hat einen Betriebsstundenzähler ab Werk. Hat ein Motorrad laut Stundenzähler erst 30 Stunden auf dem Buckel, die Plastikteile sind aber bereits komplett durchgeschliffen, die Sitzbank löchrig, der Rahmen großteils entlackt - all das und mehr sind Anzeichen für ein längeres Vorleben. Schaut auf die Verschleißteile (vor allem optische) und analysiert, ob der Verschleiß in der angegebenen Betriebsdauer realistisch ist. Bei Motorrädern ohne Betriebsstundenzähler gehe ich ohnehin immer von Motorschäden in Anbahnung aus - EXC und SX Modelle sind Wettbewerbsmotoren, ohne einen Betriebsstundenzähler können die Verschleißintervalle nicht eingehalten werden, nicht einmal ein Ölwechsel geschieht dann rechtzeitig. 

  1. Wie steht es um die Lager? Es gibt einige Lager des Motorrads die ihr auf Anhieb kontrollieren könnt. Radlagerschäden fallen durch seitliches Spiel auf, Schäden an den Federbeinlagern (PDS oder Umlenkung) durch vertikales Spiel. Vor allem letztere sind ein guter Indikator. Zum einen kostet der Wechsel Geld (an Umlenkungen über 100€ ohne Arbeitszeit), zum anderen zeigen sie euch: wie gut hat euer Vorbesitzer das Motorrad gepflegt? Wer mit kaputten Radlagern fährt wechselt vermutlich auch seinen Kolben oder Öl recht spät. 

  1. Wie sieht die Werkstatt aus? Häufig werden an SX und EXC Modellen Arbeiten selbst durchgeführt. Sollte bei der Frage nach Reparaturrechnungen also die Antwort kommen, dass diese selbst durchgeführt wurden, schaut euch nach Möglichkeit um. Häufig finden die Verkaufsgespräche in der Nähe der Werkstatt des Besitzers statt. Ist die Werkstatt aufgeräumt? Hat der Besitzer ausreichend richtiges Werkzeug um eine Reparatur durchzuführen? Sind die Schrauben noch original? Sollte mir jemand erzählen er repariert sein Motorrad selbst und hat nicht mehr als einen fast leeren Werkzeugkoffer zur Hand - bestenfalls mit dutzenden Baumarktschrauben im Fahrzeug - die Alarmglocken würden läuten. 

Wollt ihr euer Motorrad gut pflegen oder aber ein Motorrad mit hohem Wartungsstau endlich wieder auf Vordermann bringen? Dann schaut euch die passenden KTM Sparepart-Kits an. In passenden Kits erhaltet ihr alles für verschiedene Servicearbeiten, vom Öl- bis zum Kolbenwechsel. So spart ihr Zeit und Geld gegenüber dem Einzelkauf. Zu den Sparepart Kits gehts mit einem Klick auf diesen Link: hier klicken!

Eine gut aufgeräumte Werkstatt kann ein gutes Anzeichen sein!